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Kelag Energie & Wärme baut Fernwärmetransportleitung im Lavanttal: Verbindung der Fernwärmesysteme von Wolfsberg/Frantschach-St. Gertraud und St. Andrä im Lavanttal

31 | März 2025
Die Kelag Energie & Wärme plant, die Fernwärmesysteme von Wolfsberg/Frantschach-St. Gertraud und St. Andrä im Lavanttal mit einer Transportleitung zu verbinden.

Damit wird ein großes Fernwärmesystem im Lavanttal geschaffen, mit einer Trassenlänge von rund 68 km und einem Wärmeabsatz von rund 70 Millionen Kilowattstunden. 
 

Intelligente Konzeption für grüne Wärme
Nach dem Erwerb des Heizwerkes St. Andrä hat die Kelag Energie & Wärme eine neue, energiewirtschaftlich optimierte Konzeption für den Betrieb der Fernwärmenetze in Wolfsberg/Frantschach-St. Gertraud und St. Andrä im Lavanttal erarbeitet. Voraussetzungen für diese neue, intelligente Konzeption sind der Bau einer rund 4,5 km langen Wärmetransportleitung von St. Andrä nach Wolfsberg und Umbauten an den Einspeisepunkten und Schnittstellen in den beiden Fernwärmenetzen. Die Kelag Energie & Wärme investiert rund 11 Millionen Euro in die Umsetzung dieses Konzeptes. Mit dem Bau soll im kommenden Jahr begonnen werden, die Inbetriebnahme ist für Ende 2027 geplant.
 

Industrielle Abwärme und Wärme aus Biomasse
„Die mit großem Abstand wichtigste Wärmequelle für das zukünftige Fernwärmenetz Lavanttal bleibt die industrielle Abwärme von Mondi aus Frantschach“, sagt Adolf Melcher, Sprecher der Geschäftsführung der Kelag Energie & Wärme. In den Monaten November bis Februar reicht die Abwärme von Mondi aber nicht mehr vollständig aus, um den gesamten Bedarf der Kundinnen und Kunden zu decken. Derzeit werden für die Bedarfsspitzen Erdgas und Heizöl eingesetzt. „Mit der neuen Transportleitung können wir in Zukunft die Bedarfsspitzen in Wolfsberg/Frantschach-St. Gertraud mit Wärme aus dem Biomasseheizwerk St. Andrä decken und auf Erdgas und Heizöl verzichten. Mit dieser Konzeption können wir das Fernwärmesystem in Wolfsberg/Frantschach-St. Gertraud und St. Andrä weiter ausbauen, neue Kundenanlagen an unser Netz anschließen und auch deren Bedarf mit grüner Wärme decken“, betont Melcher. 

Ab Ende 2027 wird in den Monaten März bis Oktober Wärme durch die neue Transportleitung von Wolfsberg nach St. Andrä fließen. Melcher: „In diesen Monaten können wir auch den Bedarf in St. Andrä mit Abwärme von Mondi decken. So können wir mehr industrielle Abwärme von Mondi einsetzen, das Biomasseheizwerk St. Andrä für acht Monate außer Betrieb nehmen und die Ressourcen optimal einsetzen.“ 
 

Mondi als Partner der Fernwärme Lavanttal
Gottfried Joham, Geschäftsführer von Mondi Frantschach, sieht in der neuen Konzeption der Fernwärme Lavanttal Vorteile für alle Beteiligten: „Wir schätzen die 40-jährige Partnerschaft mit der Kelag Energie & Wärme und freuen uns, dass wir in Zukunft noch mehr Abwärme liefern und Ressourcen möglichst effizient genutzt werden. Wir können den Gesamtnutzungsrad unserer Anlagen verbessern und tragen so dazu bei, dass im Lavanttal weniger Primärenergie eingesetzt werden muss. Das nützt uns, der Kelag Energie & Wärme, allen Kundinnen und Kunden und trägt zum Klimaschutz bei.“ 
 

Wärmeversorgung entscheidend für die Energiewende
Bei der Umstellung des Energiesystems von fossiler Energie auf erneuerbare Energie spielt der Wärmesektor eine entscheidende Rolle, betont Kelag-Vorstand Reinhard Draxler. „Für die Fernwärme im Lavanttal setzen wir schon heute vorwiegend industrielle Abwärme und Biomasse ein. Mit der intelligenten Neukonzeption können wir Abwärme und Biomasse noch stärker nutzen und dafür auf fossile Energie verzichten, ohne Komfortverlust für unsere Kundinnen und Kunden.“ Das Beispiel Fernwärme Lavanttal zeige, dass gemeinsam mit Partnern viele Schritte gesetzt werden müssen, damit das Ziel einer klimaverträglichen Wärmeversorgung erreicht werden kann. „Im Lavanttal sind wir auf einem sehr guten Weg!“ 
 

Sicherheit der Fernwärmeversorgung
„Die neue Konzeption der Fernwärme Lavanttal hat noch einen weiteren Aspekt, der oft nicht beachtet wird, aber immens wichtig ist“, sagt Adolf Melcher. „Wie wir vor einigen Monaten in Wolfsberg erlebt haben, kann im Verteilnetz eine Störung auftreten. Mit der neuen Konzeption können wir uns in einem solchen Fall rasch behelfen, weil wir im Gesamtsystem über zwei Hauptwärmequellen verfügen, die Abwärme von Mondi und Wärme aus dem Biomasseheizwerk St. Andrä. Auch die Erdgas- und Heizölkessel bleiben genau aus diesem Grund weiter einsatzbereit.“  
 

Für eine nachhaltige, klimafreundliche Zukunft
„Die geplante Verbindung der Fernwärmenetze ist ein bedeutender Schritt für unsere Stadt und die gesamte Region. Dabei freut es mich besonders, dass unser Biomasseheizwerk in St. Andrä dabei künftig eine zentrale Rolle in der grünen Wärmeversorgung des Lavanttals spielen wird“, sagt Maria Knauder, Bürgermeisterin der Stadt St. Andrä im Lavanttal. „Mit dieser Investition wird nicht nur die Versorgungssicherheit gestärkt, sondern auch ein klares Zeichen für eine nachhaltige, klimafreundliche Zukunft gesetzt. Die intelligente Nutzung regionaler Ressourcen zeigt, wie innovativ und verantwortungsvoll Energiewirtschaft heute funktionieren kann. Dieses Projekt ist ein Gewinn für die Umwelt, für unsere Bürgerinnen und Bürger und für eine lebenswerte Zukunft in St. Andrä.“
 

Ein Gewinn für kommende Generationen
„Als Stadtgemeinde Wolfsberg begrüßen wir dieses Projekt ausdrücklich und unterstützen Maßnahmen, die den Einsatz erneuerbarer Energien fördern, Ressourcen schonen und den CO₂-Ausstoß senken“, sagt Alexander Radl, 1. Vizebürgermeister der Stadt Wolfsberg. „Die geplante Verbindung der Fernwärmesysteme von Wolfsberg/Frantschach-St. Gertraud und St. Andrä ist ein bedeutender Meilenstein für die nachhaltige Energieversorgung im Lavanttal. Dabei werden regionale Ressourcen effizient genutzt und erneuerbare Energien konsequent weiter ausgebaut, sodass wir langfristig weniger auf fossile Energiequellen zur Deckung von Bedarfsspitzen angewiesen sind. Indem die Abwärme von Mondi noch effizienter genutzt wird, leisten wir nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, sondern stärken auch die Attraktivität unserer Region als nachhaltiger Wirtschaftsstandort. Besonders wichtig ist, dass auch die Bürgerinnen und Bürger von dieser Entwicklung profitieren, weil die Wärmeversorgung noch stabiler, noch sicherer und noch umweltfreundlicher wird — ein Gewinn für kommende Generationen.“